02.06.2017

TinyTestBash Belfast oder "We set TestBash on fire"

Meine erste Konferenz sollte in Belfast sein. Relativ kurzfristig habe ich mich entschieden zur TinyTestBash zu fahren. Hier übrigens nochmals ein großes Dankeschön an Vera, die mich überhaupt erst darauf gebracht hat, hierher zu reisen.

Um möglichst stressfrei die TestBash genießen zu können, bin ich schon am Mittwoch bei strahlendem Sonnenschein in Nürnberg vom Flughafen gestartet. Mit einem Zwischenstopp in Amsterdam ging es dann weiter nach Belfast. Dort wurde ich von typischen Wetter der beiden Inseln empfangen: Regen und relativ kühl. Das hat sich zum Glück die nächsten Tage gebessert, so dass ich auch etwas von Belfast sehen konnte. Aber dazu später.

Nachdem ich im Hotel angekommen bin und mich etwas frisch machen konnte, habe ich mich auf den Weg zum Pre TestBash Meetup bei puppet gemacht. In einem extrem coolen Büro galt es nun erste Kontakte zu knüpfen. Neben Testern aus Großbritannien und Irland waren auch Holländer, Amerikaner, Österreicher, Franzosen, Polen und vielen anderen Ländern anwesend. Mit Bier, Softdrinks und Pizza gingen die Stunden in spannenden Gesprächen viel zu schnell vorüber und ich habe wieder mein Hotelzimmer aufgesucht um fit für den nächsten Tag zu sein.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück habe ich das Netz des öffentlichen Nachverkehrs genutzt um zum Crescent Arts Centre zu gelangen. Deutschland hat noch einen so langen Weg vor sich um sich IT-Nation zu nennen. Ich hatte in allen Verkehrsmitteln kostenloses WLAN. Und es hat auch funktioniert. Ohne Ausfälle. Und schnell war es auch noch. Ich bin sichtlich beeindruckt.

Am Veranstaltungsort angekommen wurde ich wärmstens begrüßt und ich habe die Gelegenheit gleich mal genutzt um unsere "We love testing"-Buttons an den Mann und an die Frau zu bringen. Die gingen weg wie warme Semmeln! Ansonsten habe ich meinen Swag-Bag schön gefüllt mit allerlei Give-aways. Dann startete ein leider sehr kurzer Lean Coffee in dem wir erste Meinungen austauschen konnten und interessante Dinge wie "Is software testing a long-term carreer?" diskutierten.

Dann ging es los mit den Vorträgen. Hier war es sehr abwechslungsreich mit spannenden Themen. Nach einem sehr amüsanten Vortrag von Liz Keogh ("Softwaretesters are my safety net. I need you!") aus Sicht einer Softwareentwicklerin überraschte mich der tolle Vortrag von Jeremias Rößler aus Deutschland. Er zeigte uns einen automatisierten, intelligenten "Testaffen", ein Stück Code, das automatisch zufällige Tests nach dem Prinzip des 1000-Ape-Theorem Software testen kann und Fehler dabei findet. Mark Winteringham zeigte danach auf sehr inspirierende Art und Weise, warum eine Automatisierung des Abnahmetests ein Paradox ist und trat gleichzeitig eine Diskussion über Checking und Testing los. Mit einem absolut mitreißenden Vortrag wies danach Rob Meaney auf die Wichtigkeit von Testbarkeit hin und was es eigentlich bedeutet. ("You have to work with your devs!"). Das Ganze in einem sehr fesselnden Irischen Akzent! Vor dem Mittagessen gab es dann doch einen Erfahrungsbericht von Nicola Owen, der eine eher allgemein gehaltene Sammlung von Rückschlüssen war, wie man seine Tests gestalten kann, um auch selbst gut voranzukommen.

Gestärkt von einem guten Mittagessen wurden wir durch Augusto "Gus" Evangelisti aus dem Suppenkoma gerissen. Ein sehr guter Beitrag zum Thema Continuous Delivery mit Einbeziehung des Publikums und einer Reihe englischer Kraftausdrücke (^_^). Der Vortrag von John Ferguson Smart darauf sollte uns einen "fresh look" auf die Automatisierung von Tests geben. Danach wusste Jon-Hare Winton vom Guardian uns mit Tests in der Produktion zu begeistern und verriet, das sie beispielsweise über 3000 "Fake"-News unsichtbar auf der produktiven Seite von "The Guardian" platzieren um einen problemlosen Betrieb zu gewährleisten und Neuerungen zu Testen. Die tückischen Denkfehler von Abnahmekriterien wurden mit starkem wissenschaftlichen Touch von Sharon McGee erläutert. Dabei mussten wir alle feststellen, dass gute Abnahmekriterien noch viel schwerer zu erstellen sind als gute Anforderungen. Der letzte offizielle Beitrag war ein sehr emotionaler - mit verschiedenen Musikstücken angereichert entführte uns Simon Tomes in die Welt, die er liebt: Exploratives Testen.

Abgeschlossen wurde die TestBash durch die 99 Second Talks, wo ich es mir nicht nehmen habe lassen und mir das Mikro geschnappt habe. Es ist doch wieder eine schöne Erfahrung vor Leuten zu sprechen und anscheinend hat das Thema ("Too much and too fast in modern times") die Zuhörer erreicht.

Der Abend konnte dann noch mit einem Post TestBash Meetup aufwarten, bei dem man schon fast emotional werden konnte. Eine wahnsinnig tolle Community. Tolle Leute, tolle Gespräche. Ich kann es nur jedem empfehlen: Be a part of it!
Auf dem Weg ins Hotel mussten wir dann feststellen: Belfast is on fire... Das Gebäude direkt neben dem Crescent Arts Centre stand in Flammen!

Am Freitag habe ich mal etwas ausgeschlafen und dann eine kleine Führung durch Belfast bekommen. Neben der SS Nomadic (Titanic's little sister) habe ich den Ort gesehen, an dem die Titanic und ihr Schwesterschiff die Olympic gebaut wurden. Und dann ging es auch schon wieder heim. Mit guten Erinnerungen, frischen Ideen und dem Wissen, dass man Teil einer fantastischen Community geworden ist.

Happy testing,
Peter

 

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